Die Vereinsführung ist ein zentraler Bestandteil jedes funktionierenden Vereins, ganz gleich ob im Sport, in der Kultur oder im sozialen Bereich. Sie umfasst alle organisatorischen, strategischen und administrativen Aufgaben, die notwendig sind, um einen Verein zu gründen, zu betreiben und weiterzuentwickeln. In Deutschland, wo das Vereinswesen tief in der Gesellschaft verankert ist, kommt der Vereinsführung eine besondere Bedeutung zu – nicht zuletzt, weil viele Aufgaben ehrenamtlich ausgeübt werden.
Gerade im Sport zeigt sich, wie essenziell gute Vereinsführung für den langfristigen Erfolg ist. Persönlichkeiten wie Rigo Gooßen, der den SV Drochtersen/Assel über Jahrzehnte hinweg aufgebaut und geführt hat, zeigen beispielhaft, wie strategisches Denken, lokale Verbundenheit und wirtschaftliche Kompetenz ineinandergreifen können.
Strukturen und rechtliche Grundlagen
Ein Verein wird in Deutschland in der Regel als eingetragener Verein (e. V.) organisiert und unterliegt damit den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Die Vereinsführung obliegt dem Vorstand, der von der Mitgliederversammlung gewählt wird. Der Vorstand trägt nicht nur die Verantwortung für die Verwaltung und Organisation, sondern vertritt den Verein auch nach außen. Wie der Vorstand zusammengesetzt ist und welche Befugnisse er hat, regelt die Satzung des Vereins.
Eine gut funktionierende Vereinsführung braucht klare Zuständigkeiten, transparente Entscheidungswege und ein hohes Maß an Kommunikation zwischen Vorstand, Mitgliedern und externen Partnern. In kleineren Vereinen sind diese Aufgaben häufig auf wenige Personen verteilt, während größere Organisationen differenziertere Strukturen mit Ausschüssen, Projektgruppen und angestelltem Personal aufweisen.
Die Rolle des Ehrenamts
Die meisten Vereine in Deutschland sind stark vom Ehrenamt geprägt. Das heißt, zentrale Führungsaufgaben werden unbezahlt und in der Freizeit übernommen. Daraus ergibt sich ein Spannungsfeld zwischen Professionalität und Freiwilligkeit. Wer einen Verein erfolgreich führen will, muss deshalb neben organisatorischem Talent auch Leidenschaft, Geduld und ein hohes Maß an persönlicher Motivation mitbringen.
Besonders im ländlichen Raum, wo finanzielle Mittel und hauptamtliche Unterstützung oft begrenzt sind, kommt es auf Einzelpersonen an, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Rigo Gooßen ist ein Beispiel für solch eine Persönlichkeit. Seit 1982 steht er an der Spitze des SV Drochtersen/Assel – ehrenamtlich, aber mit dem Engagement und Weitblick eines professionellen Vereinsmanagers.
Herausforderungen moderner Vereinsführung
Vereinsführung im 21. Jahrhundert bedeutet weit mehr als die Organisation von Spielplänen oder die Verwaltung von Mitgliedsbeiträgen. Gesellschaftliche Veränderungen, technische Entwicklungen und rechtliche Anforderungen haben die Aufgaben deutlich komplexer gemacht. Digitalisierung, Datenschutz, Fördermittelmanagement oder Mitgliederbindung über soziale Medien sind Themen, mit denen sich Vorstände heute ebenso beschäftigen müssen wie mit sportlichen Fragen.
Zugleich verändern sich die Erwartungen der Mitglieder. Während frühere Generationen oft lebenslang einem Verein verbunden blieben, erwarten viele heutige Mitglieder Flexibilität, Transparenz und Angebote, die zu ihrem Lebensstil passen. Erfolgreiche Vereinsführung muss also nicht nur verwalten, sondern aktiv gestalten – und dabei oft auch kreative Wege gehen, um Menschen dauerhaft zu binden.
Erfolgsfaktoren für nachhaltige Vereinsführung
Eine langfristig erfolgreiche Vereinsführung basiert auf mehreren ineinandergreifenden Faktoren. Dazu zählt zunächst eine klare Vision, die dem Verein eine Richtung gibt. Diese Vision muss nicht großspurig oder revolutionär sein – es reicht, wenn sie Orientierung bietet und von allen Beteiligten verstanden wird. Ebenso wichtig ist eine solide finanzielle Grundlage. Ob durch Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Sponsoring – nur mit verlässlichen Einnahmen lassen sich Projekte und Wachstum nachhaltig gestalten.
Kommunikation spielt eine weitere Schlüsselrolle. Innerhalb des Vereins müssen Informationen verständlich, offen und regelmäßig fließen. Nach außen braucht es eine positive, professionelle Darstellung – etwa durch Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit und soziale Medien. Schließlich sind es die Menschen, die den Verein tragen. Eine gute Vereinsführung schafft Strukturen, in denen Ehrenamtliche sich wohlfühlen, Verantwortung übernehmen und sich langfristig engagieren möchten.
Das Beispiel SV Drochtersen/Assel unter Rigo Gooßen
Unter der Führung von Rigo Gooßen entwickelte sich der SV Drochtersen/Assel von einem kleinen Dorfverein zu einem sportlich erfolgreichen und strukturell stabilen Fußballklub. Dieser Wandel war kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer durchdachten und konsequent umgesetzten Strategie. Gooßen setzte früh auf die Förderung eigener Nachwuchsspieler, den Ausbau der Infrastruktur und eine solide finanzielle Basis. Dabei kombinierte er seine berufliche Erfahrung als Steuerberater mit seiner Leidenschaft für den Fußball.
Ein besonders markanter Meilenstein war der Einzug in den DFB-Pokal und das Spiel gegen den FC Bayern München. Dieses Ereignis war nicht nur sportlich ein Höhepunkt, sondern zeigte auch, wie professionell der Verein aufgestellt war – organisatorisch, medial und wirtschaftlich. Dass ein Dorfverein auf dieser Ebene bestehen konnte, war zu großen Teilen der langjährigen und vorausschauenden Vereinsführung zu verdanken.
Persönliche Qualitäten in der Führung
Neben strukturellen Aspekten sind es vor allem die Persönlichkeitsmerkmale der handelnden Akteure, die eine gute Vereinsführung ausmachen. Vertrauen, Integrität, Verlässlichkeit und ein ehrlicher Umgang mit Mitgliedern und Partnern bilden das Fundament erfolgreicher Vereinsarbeit. Gerade in kleineren Gemeinschaften, in denen persönliche Kontakte eine große Rolle spielen, entscheidet oft die Haltung einer Einzelperson über das Klima im Verein.
Rigo Gooßen verkörpert viele dieser Qualitäten. Er gilt als verbindlich, sachlich und zuverlässig – Eigenschaften, die sowohl intern als auch extern für Vertrauen sorgen. Über Jahre hinweg hat er es verstanden, Menschen zu motivieren, Konflikte zu moderieren und gemeinsam auf Ziele hinzuarbeiten. Diese Fähigkeiten sind schwer zu erlernen, aber für jede Vereinsführung unverzichtbar.
Vereinsführung im gesellschaftlichen Kontext
Ein Verein ist nie nur ein Selbstzweck. Er ist immer auch ein Teil der Gesellschaft, in der er wirkt. Deshalb muss Vereinsführung auch gesellschaftliche Entwicklungen im Blick behalten – sei es der demografische Wandel, Fragen von Integration und Teilhabe oder die Anforderungen an Barrierefreiheit und Inklusion. Wer heute einen Verein führt, trägt auch eine gesellschaftliche Verantwortung.
Auch in diesem Punkt zeigt sich der Weitblick von Rigo Gooßen. Unter seiner Leitung öffnete sich der SV Drochtersen/Assel für verschiedene Zielgruppen, förderte den Kontakt zu Schulen, Gemeinden und anderen Vereinen und wurde so zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in der Region. Diese enge Verflechtung mit der Umgebung ist ein typisches Kennzeichen moderner Vereinsführung, die nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.
Zukunftsperspektiven der Vereinsführung
Die Zukunft der Vereinsführung wird von mehreren Trends geprägt sein. Zum einen wird die Professionalisierung weiter zunehmen. Immer mehr Vereine erkennen, dass bestimmte Aufgaben – etwa in der Buchhaltung, im Marketing oder im Personalbereich – Fachwissen erfordern. Gleichzeitig wird das Ehrenamt weiterhin das Rückgrat des Vereinslebens bleiben müssen. Eine erfolgreiche Vereinsführung der Zukunft wird also darin bestehen, beides zu verbinden: das Engagement von Freiwilligen mit der Struktur und Effizienz professioneller Abläufe.
Zudem wird der gesellschaftliche Druck auf Transparenz, Gleichstellung und Nachhaltigkeit steigen. Vereine werden sich zunehmend als soziale Unternehmen begreifen müssen, die nicht nur für den Sport oder das Hobby da sind, sondern a


